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6. Castlerock 2005ONCE IN A LIFETIME
ASP, CHAMBER, THOMAS SABOTTKA
- 21.04.2006 , Köln, E-Werk

ASPEs gibt Träume, die erfüllt man sich nur einmal im Leben, und die gemeinsame Akustik-Tour der Rhein-Main-Connection von ASP und Chamber war ein solcher Traum, initiiert und finanziert von ASP persönlich.

Bereits im Vorfeld wurde darauf geachtet, dass stimmungsvolle und vor allem bestuhlte Venues gebucht wurden, um dem Konzertabend einen besonderen und unvergleichlichen Charakter zu bescheren, bei dem vor allem die Musik und der bewusste Kunstgenuss im Vordergrund stehen, und nicht der Party-Charakter als solcher. Dass das Kölner E-Werk zumindest in atmosphärischer Hinsicht keine ideale Wahl sein würden, war bereits im Vorfeld klar, doch dafür war die Halle mit über siebenhundert Besuchern prall gefüllt.

Thomas SabottkaDen Auftakt zu diesem Abend machte zu ungewohnt früher Stunde um 19 Uhr – die Schlange des wartenden Publikums und der vermutete IQ der Wartenden zu der sich anschliessenden Freibierparty (!!!) sprachen beim Verlassen der Halle Bände – Thomas Sabottka mit einer wirklich beeindruckenden Lesung, wobei der Begriff der Lesung den Charakter des gut halbstündigen Auftritts nur unzureichend widergibt. Souverän und schlagfertig auf Zwischenrufe reagierend präsentierte der Wahlfrankfurter Auszüge aus seinem Roman „Rewind“, indem er einen Bezug zu der gemeinsamen Tournee mit ASP und Chamber und dem Leben im Tourbus herstellte, in „Paracetamolträume“ entführte, APS´s „Hässlich“ in bester Klaus Kinski-Manier rezitierte und man jeden Moment damit rechnen musste, der exzentrische Schauspieler würde in mitten des Publikums wiederauferstehen. Der Applaus war wohl verdient und nicht „nur“ Ausdruck des Lohns der jahrelangen und harten Arbeit, sondern auch der Beweis dafür, sich Literatur und Musik hervorragend ergänzen, wenn das Publikum dem aufgeschlossen gegenübersteht.

ChamberNahtlos leitete Thomas Sabottka dann über zum eigentlichen und gemeinsamen Konzert von ASP und Chamber und die MusikerInnen betraten gemeinsam die Bühne, um in gegenseitiger Respektsbezeugung die Stücke des jeweils anderen zu interpretieren. Auf rein akustischer Grundlage, was vor allem bei den ASP Songs einen grossen Unterschied zum Original darstellte, und vor einem wirklich geschmackvollen Bühnenbild boten Matze, Himmi, Kathy, Natalie, Ally, Lisa,, Max und ASP himself ein wirklich grossartiges Konzert, das durch eine zwanzigminütige Pause unterbrochen wurde.

Höhepunkte des Konzertes waren das extra für die Tour geschriebene „Once In A Lifetime“, die gemeinsame Interpretation von Chambers „Hometown“ und natürlich die Akustikversion von ASPs „Ich will brennen“, die nicht zum ersten Mal an diesem Abend die Fans von den Sitzen riss. Ein musikalischer Zugewinn, vor allem für Chamber, ist die neue Violinistin, die mit ihrer filigranen Spielweise nachhaltig beeindrucken konnte. Wer zum Abschluss des Konzertes und zwei viel gefeierten Zugaben die Ergriffenheit ASPs bei den Reaktionen auf dieses Konzert erlebt hat, dürfte verstehen und nachvollziehen können, dass hier in der Tat ein einmaliger Traum in Erfüllung ging.
Schade für all die, die dieses Tour verpasst haben.


Bericht & Fotos: Michael Kuhlen (Obliveon)