special:

UMBRA ET IMAGO / NFD/ THANATEROS
16.01.2005 Zeche Carl, Essen

"Es gibt viel zu wenig Sex auf den Straßen"


Umbra Et ImagoMan will ja kulturell gebildet bleiben (oder überhaupt werden) und daher machten wir uns am 16. Januar auf den Weg zur Zeche Carl nach Essen um Mozarts Klängen zu lauschen. Selber hatte ich die Show noch nie gesehen und immer nur von wahren Orgien auf der Bühne gehört und war dementsprechend gespannt darauf. Da das ganze in der kleinen Halle der Zeche Carl war, fiel die Bühne auch eher klein aus und sie war recht voll mit den ganzen Instrumenten, Schlagzeugen usw. für die Vorbands. Rechts und links auf der Bühne standen zwei Pappsäulen, die wohl die Bühne in einen Burghof verwandeln sollten. Kam jetzt bei dem Chaos auf der Bühne noch nicht so recht rüber. Hinten sah man schon über und um das Schlagzeug herum das Gestänge und ahnte wer dort später hängen würde.

Gegen 20:00 Uhr stürmten dann erstmal THANATEROS die Bühne. Nach zwei Alben und etwas Pause folgt in diesem Frühjahr ihr nächstes Album „Into the otherworld“. Ben Richter- sichtlich gut gelaunt- erst wieder im Federkleid gewandet, dazu die fünf anderen Bandmitglieder, teils im Röckchen und mit Violine bestückt. Celtic Metal vom feinsten wurde hier geboten und das Publikum machte durchaus mit. Es kam auch richtig was rüber an Stimmung, man merkte den Leuten macht die Musik schon selber Spaß. Neben einigen der bekannten Stücke wie „Circle of Life“ oder „Immrama“ wurde auch was vom neuen Album präsentiert, bevor sich nach gut acht Songs die Band bedankte und die Bühne verließ. Natürlich nicht, ohne das sich noch mal alle einträchtig verbeugten. Eine klasse Show, die lediglich nur durch die wieder etwas schlechte Akustik der Zeche Carl etwas litt.

Es ging weiter mit NFD, eigentlich Nachfolger von „Fields of Nephilim“. Sänger Peter White mit roten Dreadlocks fing auch sofort an und riss das Publikum auch gut mit. Die Stimmung ging hoch, auch wenn ich mich fragte warum. Sicherlich Geschmackssache wie alles im Leben, doch fand ich die Songs eher eintönig. Peters Stimme wirkt „künstlich dunkel“ und nicht wirklich überzeugend und die Show an sich bot wenig Abwechslung.

Umbra Et ImagoNun war’s aber endlich soweit. Nach kurzem Umbau ging es gegen 22 Uhr endlich los mit UMBRA ET IMAGO und alles drängelte nach vorne. „Märchenlied“ ertönte und Mozart kam unter großem Gejubel und Klatschen auf die Bühne, exzentrisch wie immer gekleidet und mit einem Laserstab bewaffnet. „Es gibt viel zu wenig Sex auf Deutschlands Straßen“ und das will Mozart wohl ändern. Bei „Sweet Gwendoline“ kamen zwei leicht bekleidete Mädels auf die Bühne, von denen die eine gleich mal an das Gestänge gehängt und gepiesackt wurde. Ihren Körperspuren nach zu urteilen war das wohl nicht das erste Mal, ebenfalls wohl nicht das Ansengen mit Wunderkerzen. Richtig rüber kam da irgendwie aber nicht wirklich viel, da beide Mädels ziemlich gelangweilt wirkten, bzw. routinemäßig. Mozart musste dann auch gleich mal orale Dienste leisten. Die Show bot eigentlich einige Facetten die man wohl von Umbra gewöhnt ist, wobei ich noch etwas mehr erwartet habe. Allerdings ist es bei so einer kleinen Bühne auch nicht so einfach da noch viele Darbietungen zu leisten. Der Sound ließ auch hier etwas zu wünschen übrig, was aber wohl mehr an der Akustik oder den Einstellungen seitens der Zeche Carl lag.

Umbra Et ImagoDie meisten Songs waren von „Memento Mori“ und bei „Schlag mich“ wurde mal wieder eine S/M-Variante der leichteren Art geboten. Mozart ließ es sich auch nicht nehmen sich auf die Menge zu schmeissen und den Gitarristen spielend Huckepack über die Bühne zu tragen. Der neue Song „Stalker“ wurde für die Unwissenden dann auch thematisch erklärt und gab einen kleinen Ausblick auf das neue Album, was Ende Januar erscheint. Highlights waren allerdings wie bei allen Bands wohl die alten Tracks „Dunkle Energie“, und die Zugaben „Alles schwarz“ sowie „Mea Culpa“. Die beiden Mädels ließen es sich auch nicht nehmen, sich gegen Ende der Show direkt vors Publikum zu setzen und sich gegenseitig zu liebkosen. Da hätte so manch einer sicherlich besonders gerne in der ersten Reihe gestanden. Finale war „Amadeus“ bei dem sämtliche Vorbands auf der Bühne waren, man sich gegenseitig umarmte und das Publikum in etwa einen Einblick bekam wie die Feier danach wohl weitergehen würde.

Ben Richter von Thanateros lud uns noch spontan dazu ein, doch leider rief Montag der Alltag viel zu früh. Fazit: Klasse Show, geniale Stimmung, nur Umbra et Imago an sich etwas zu kurz. Wenn man bedenkt dass zwei Vorbands bereits gute anderthalb bis zwei Stunden gespielt haben, hätte man sich etwas mehr von Umbra gewünscht.


Bericht: Linda Holzer für GOTHICWORLD

Fotos: Sandro Griesbach / www.darkmoments.de


Review - "Memento Mori"

www.umbraetimago.de
www.nfd.web.com
www.thanateros.de